Germanwatch: Laudato si‘ – eine gelungene Provokation

Das sehr ausführliche Hintergrundpapier von Germanwatch (erstellt vom Politischen Geschäftsführer Christoph Bals) geht der Frage nach der möglichen Relevanz der Enzyklika Laudato Si’ für eine pluralistische Gesellschaft nach (hier eine Zusammenfassung). Es prüft, ob die Enzyklika Dokument eines reflektierten Glaubens ist, das den Vorrang der Wissenschaft bei weltlichem Wissen sowie den Vorrang des demokratisch gewählten Staates und die Menschenwürde bzw. -rechte akzeptiert. Auf dieser Grundlage geht das Hintergrundpapier der Frage nach, ob von dem in der Enzyklika vorgenommenen Paradigmenwechsel vom Bild des Menschen als Herrscher über den Rest der Schöpfung zur universalen Geschwisterlichkeit – gerade auch mit den schwachen und ausgestoßenen Menschen und den vor Massenauslöschung bedrohten Mitlebewesen – Impulse für eine pluralistische Gesellschaft ausgehen können. Der Papst begründet den Paradigmenwechsel sorgfältig doppelt codiert: wissenschaftlich und theologisch. Und er präsentiert ihn als Gegenstrategie zu utilitaristischen Ansätzen, wo die aus der Gesellschaft Ausgeschlossenen, die schwachen Glieder der ökologischen Mitwelt, durchs Gitter zu fallen drohen. Als Konsequenz drängt der Papst auf den Schutz der Gemeingüter Umwelt und Klima und fordert Finanzzusagen für die vom Klimawandel Betroffenen. Zuletzt diskutiert das Hintergrundpapier die Frage, ob Religion zur Motivation des notwendigen kooperativen Handels in einer pluralistischen Gesellschaft beitragen kann oder wie funktionale Entsprechungen dazu aussehen könnten.

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